Wieder ein Jahr zu Ende. Der klassische Zeitpunkt das Jahr Revue passieren zu lassen und nach vorne zu blicken. Macht mich das melancholisch? Nein! Stolz macht es mich, denn wir haben 2019 so unglaublich viel gewuppt, so viel gelernt und so viel erlebt (stellt euch vor, vor einem Jahr war ich noch schwanger! Jetzt kann ich mich schon gar nicht mehr daran erinnern, wie ein Leben zu dritt war!)

Schön war‘s 2019, und anstrengend, so manche Verrücktheit haben wir erlebt,  manchmal war es sehr traurig, einmal war es ganz und gar erhebend, aufregend - ganz oft war es aufregend - und so voller Liebe und Dankbarkeit war es auch.

Das Goldkind hat seine geliebten Kita ade gesagt und gehört nun voller stolz zu den Waldfüchsen im Kindergarten. Ade hat er auch zu Windeln gesagt (Halleluja!) und so langsam ist er auch für‘s Bobbycar und Laufrad zu klein. Auch wenn er das nicht so sieht. Ab und zu muss er dann doch nochmal Baby spielen. Darf er natürlich :-) Außerdem war er zum ersten Mal im Kino und ist - die wohl größte Veränderung 2019 - zum ersten Mal Bruder geworden.

Seit Februar sind wir endlich zu viert. Davon habe ich euch ja bereits berichtet. Der kleine Mann hat seither freilich alles auf den Kopf gestellt und es ist ganz wundervoll ihm beim Wachsen zuzusehen. Unglaublich, wie schnell er groß wird und werden will. Das geht viel schneller als beim großen Bruder. (Damals hatte ich ja tatsächlich Langeweile während der Elternzeit. Kann ich mir heute gar nicht mehr vorstellen.)

Und die zwei Jungs sind ein Herz und eine Seele. Meistens jedenfalls. Also wenn man nicht gerade sein Territorium verteidigen muss ;-) 
So verschieden sie sind, so zuckersüß sind sie doch. Und irgendwie ähnelt einer dem superdaddy und einer mir. Das hat die Natur echt schön eingerichtet ❤️

Der zweite Meilenstein ist die Entscheidung gegen unser geliebtes Bahnwärterhäuschen mit Blick auf Wald und Felder und für einen neuen Familiensitz mitten im Dorf. Die Absage der Behörden für einen adäquaten Anbau hat uns erstmal überaus frustriert. Aber kurz drauf fragte ein Freund, ob wir nicht seine neuen Nachbarn werden wollen. (So ist das: eine Tür geht zu. Eine andere auf. :-)) Nach kurzer Überlegung nahmen wir allen Mut zusammen und starteten das Bau-Projekt. Seither ist der Mann nicht mehr gesehen. Er jettet zwischen Büro, Baustelle und Familie hin und her und weiß eigentlich nie, wem er es zuerst recht machen soll.

Schon jetzt ist es wundervoll zu sehen was werden wird. Und ich genieße es, dass ständig eine Fahrradklingel tönt und jemand rüber winkt ins neue Haus. Auch die geschlossene Schranke bietet oft die Möglichkeit für einen kurzen Schnack. Herrlich ist das! Ach ja, und weil die Frage so oft kommt: wir hoffen Weihnachten 2020 dann im neuen Haus zu feiern.

Ein Leben als Strohwitwe „Lena P. & Söhne“ habe ich mir letztes Jahr freilich nicht erträumt. Und tatsächlich bin ich froh über die Perspektive, die das Bauprojekt mit sich bringt.  Ein Ende ist zwar nicht nah, aber in Sicht :-)  Denn diese Konstellation alleine mit den Jungs bringt mich doch häufiger an den Rand des Wahnsinns, als mir lieb ist. Auch wenn beide Jungs oft zuckersüß sind.

Wer sich mal wirklich selbst kennenlernen will, sollte wohl Kinder bekommen. Die zeigen dir deine Grenzen ständig und immer wieder. Ich würde sagen: Nichts hat mich jemals so viel Kraft gekostet, wie meine Kinder. Sie bringen mich näher zu mir selbst, die erfordern ununterbrochen Aufmerksamkeit, sie wollen alles wissen, sie testen meine Grenzen, sie kosten mich meinen Schlaf. Und trotzdem würde ich es immer wieder tun!!!

Während sich die Social Media Kanäle gerade ausschließlich mit dem Thema mental load der Mütter zu  beschäftigen scheinen und den Männern mehr Denkarbeit abgeben wollen, sehe ich hier gerade so gar keinen Spielraum, denn der Mann hat tatsächlich auch zu viel an der Backe. Da ist nix mit abgeben. Nur mehr Wertschätzung für mein Tun würde ich mir von Zeit zu Zeit wünschen. Denn meine Arbeit ist oft unsichtbar.

Da tat ein Wiedersehen mit den KollegInnen besonders gut. Wir haben zusammen gelacht und obwohl es noch ein paar Monate sind, freue ich mich auf den Job, das neue Büro, neue und alte Gesichter und Aufgaben. Das wird fein!

Tja nun wisst ihr, warum es auf dem Blog so still geworden ist. Viel mehr hatte ich mir vorgenommen. Viele Artikel liegen hier angefangen rum. Ich hoffe, ich finde bald wieder mehr Zeit dafür.

Gutes Jahr? Schlechtes Jahr? Ich bin nicht so der Fan von diesen Kategorisierungen. Also lassen wir das ganz einfach. Aber ich stehe nun hier am 31.12. und bin dankbar für das was war, bin gespannt was bleiben darf und freue mich so richtig dolle auf das nächste Jahr. Seine Vorboten versprechen zahlreiche Veränderungen, wieder einmal. Aber das wird uns gut tun.