Neulich fragte der superdaddy, nachdem ich das Goldkind angeraunzt hatte, es solle b i t t e seine Jacke aufräumen, ob ich meinen derzeitigen Job eigentlich gerne mache. Also gerne Mama in Elternzeit bin. Was soll ich sagen? Es ist wie in allen Jobs:

es gibt Vor- aber auch Nachteile.
Ich verteufle den nie kleiner werdenden Wäscheberg, ich bin genervt immer allen alles hinterher tragen zu müssen und dauernd alles 5x zu sagen, ich wünsche den Tag herbei, wenn das Goldkind endlich rechtzeitig auf’s Klo geht oder nicht mehr Zeter und Mordio brüllt beim Haare waschen, ich sehne mich danach einfach mal ne Stunde alleine zu sein, ich wünsche mir von der Organisationsarbeit wieder was abzugeben oder überhaupt mal wieder aus dem 24/7 Standby-Modus raus zu kommen und für einen Moment abschalten zu dürfen, ich würde mich freuen wenn meine Arbeit mehr Wertschätzung erhielte oder überhaupt mal bemerkt würde.
Manchmal fühle ich mich entsetzlich alleine. Ansprechpartner „nur“ 2 Kinder. Ich würde mich aber gerne auch mal wieder über anderes als Windeln, Autos oder babababa unterhalten.
Und ich bin so müde. So unendlich müde und sehne mich einfach nach einer ganzen Nacht Schlaf am Stück.

Klingt nach einem echt miesen Job oder? Aber man bekommt ja schon auch was zurück. Also manchmal. In seltenen Momenten.

Ein Lächeln. Ein selig schlafendes Baby. Ein singendes Kind. Ein Danke am Geburtstag. Ein Ich hab dich lieb oder ein unverhofftes Küsschen, ein Baby das sich in meinen Arm kuschelt oder die Kinderhand die sich in meine schiebt. Ich freue mich, wenn das Goldkind Freunde findet und wenn es anderen Kindern hilft. Ich bin stolz, wie sprachgewandt er ist und baff, was man mit 3 schon alles kann.
Ja, ich habe auch viel gelernt in den letzten Jahren. Auch jenseits von Windeln wechseln oder Fieber messen. Ich kann einen Radlader von einem Schaufelbagger unterscheiden, ich kenne mich selbst besser denn je (inclusive Grenzen), ich darf Mittagsschlaf machen ohne Rechtfertigung, ich kann jetzt mindestens 10 Weihnachtslieder mit mehr als der ersten Strophe singen und hab wieder mal Kartoffelbrei mit Würstchen gekocht...

so ist das mit dem Mamajob. Mal heiter, mal wolkig.