Ahhhhh ich habe Frust!! Frust!! Frust!! Und alle anderen hier auch! Heute war ein Tag im Ausnahmezustand. Aber der Reihe nach:
Mein Mann hat sich gestern den Knöchel gebrochen und die Bänder abgerissen. Die Prognose lautet 6 Wochen mit Schiene. Vielleicht sogar OP. Ihr könnt also erahnen, was das bedeutet.

 Alleine zwei Kids wuppen und den Mann versorgen. Dabei irgendwie den Überblick, aber vor allem die Nerven behalten! Für Essen sorgen, das Goldkind beschäftigen, den Mann umsorgen, das Baby stillen, Termine koordinieren, zwischendurch zwei Kinder wickeln, immer wieder aufräumen (Wäsche zum Beispiel. Davon hab ich heute auch noch 2 Ladungen an der Backe gehabt.) usw.. Ich bin de facto im Viereck gesprungen und kaum war ein Job erledigt, konnte ich sicher sein, dass schon ein anderer was braucht. An eine Pause war nicht zu denken. Erst jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, ist endlich Ruhe eingekehrt!

Leider kein sehr friedlicher Tag. Ich war furchtbar streng, total genervt und mit den zusätzlichen Anforderungen überfordert (dass das Goldkind gerade in der Autonomiephase ist, macht die Sache auch nicht einfacher und dass ich nicht mal 5 Minuten mit mir alleine war, auch nicht).

Am Nachmittag habe ich dann die Reißleine gezogen und beschlossen, dass es so nicht weiter geht.

  • Der Mann betreut nun das Baby und hat auch eine Wickelstation auf dem Sofa. Das Goldkind verbringt umso mehr Zeit mit mir oder spielt mit auf/ums Sofa rum.

 

  • Essen wird ausgelagert. (Ich habe einfach keine Zeit. Man hätte heute nur mal zum Bäcker müssen. Selbst das haben wir nicht geschafft. Und nachdem die Nerven blank lagen, habe ich beschlossen wir gehen essen (klingt in puncto Zeit jetzt erstmal unsinnig, aber zu dem Zeitpunkt musste Entlastung her. Zum Bäcker und Vesper richten und dann wieder aufräumen, war keine Option. Zudem brauchten wir alle n Tapetenwechsel um nicht durchzudrehen, vor lauter Frust. ))

 

  • Für das Goldkind versuche ich nun jeden Tag irgendein Programm auswärts zu finden und bin froh, wenn am Montag wieder Kita ist. Doof nur, dass wir jetzt immer alle zusammen los gehen und auch immer das Auto nehmen müssen (Stillkind und Mann können ja nicht ohne mich :-( )

 

  • Neue Betten: Ja und auch die Nachtschicht habe ich jetzt doppelt. Denn der Mann kann mit der Schiene nur auf dem Sofa schlafen und ohnehin nicht aufstehen, wenn das Goldkind nachts aufwacht. Also habe ich unser Büro/Nähzimmer kurzerhand zum Matratzenlager umfunktioniert und schlafe nun mit einem Kind Links und einem rechts. Ich hoffe sehr, sie wecken sich nicht gegenseitig...

Nur für unseren Urlaub habe ich noch keine Lösung. Der fällt jetzt wohl ins Wasser. Und auch sonst der eine oder andere Termin auf den wir uns gefreut hatten.

Jetzt hoffe ich, dass sich das Chaos bald lichtet und wir schnell in eine neue Struktur hineinwachsen.

So viel Zeit zusammen hatten wir jedenfalls schon lange nicht mehr, vielleicht können wir sie nachher sogar genießen und neue Projekte für danach besprechen.

Das Goldkind wird sich sicher freuen, nun wieder mehr Mama abzubekommen und das Baby wird den Papa besser kennenlernen. Mal sehen, vielleicht ist‘s ja doch noch eine win-win Situation!

Jetzt aber hüpfe ich erstmal ins Bett. Es wird allerhöchste Zeit! Haltet die Ohren steif! Eure Lena