Corona, Corona, Corona...auf geht's in Woche 2...

Ausgangssperre

Heute ist ein trüber Tag in der Geschichte. Ich dachte, die Schließung der öffentlichen Einrichtungen letzte Woche sei schon hart. Aber jetzt kommt die Ausgangssperre, das ist nochmal ne ganz andere Nummer. Deshalb schicke ich euch heute ein Stückchen blauen Himmel für die grauen Tage, die uns nun bevor stehen. Obwohl hier niemand krank ist und obwohl wir es so gut haben mit unserem kleinen Häuschen MIT Garten fühle ich mich heute entsetzlich traurig, eingesperrt, der Freiheit beraubt und unendlich einsam. Ich sehne mich nach Normalität und vermisse meine Freunde. Wann wir uns wohl wiedersehen? Das ist alles so unheimlich surreal. Ich fühle mich wie im Krieg, nur anders. Wie geht es euch? Passt auf euch auf und bleibt gesund, ihr Lieben.

 

Im schlechten Film...

Mit Gänsehaut habe ich gestern die Nachrichten gesehen. Erschreckend hoch sind die Ansteckungszahlen. Die Zahl der Verstorbenen ist um 50% gestiegen an nur einem Tag! Ich fühle mich wie im Film. Im schlechten Film. 

Bis kürzlich dachten wir alle, wir leben in Frieden, in einem reichen Land, in Sicherheit, alle Möglichkeiten stehen uns offen… In weiten Teilen stimmt das ja noch immer, nur die Sicherheit und der Punkt mit den Möglichkeiten wackeln gerade massiv. 

Corona kann jederzeit jeden von uns treffen. Das macht Angst. Nicht weil ich mich sorge, mich anzustecken. Nein, ich sorge mich um unsere Eltern, um Tanten und Onkel, um meine Kusine und auch um all die lieben Menschen um mich herum. Werden sie am Ende der Pandemie noch da sein? Wie viele wird es treffen? Ich wünsche mir, dass sie es alle schaffen. Ich bin stolz von so vielen zu hören, dass sie zu Hause bleiben und echt niemanden mehr sehen, auch wenn es fürchterlich schwierig ist und enorm viel Selbstdisziplin braucht. Ich bin stolz, auf alle die jetzt mit anpacken. Im Gesundheitswesen zum Beispiel oder in der Nahversorgung. Danke, dass ihr da seid! Gemeinsam können wir es schaffen.

 

Was wird aus Ostern???

„Mama, was ist eigentlich, wenn der Osterhase Corona bekommt?“ 

„…“

„Ach, ich weiß, dann ruft er den Nikolaus an, und fragt, ob er die Eier versteckt!“

 

Raus in den Wald

Gut eine Woche ist es her, dass die Kindergärten und Schulen geschlossen haben, seit 4 Tagen gilt hier die Ausgangsbeschränkung. An das Zuhausesein haben wir uns schon ein bisschen gewöhnt. Wir kaufen nur noch einmal pro Woche ein und lassen uns viel liefern. Und wenn uns der Lagerkoller doch mal einholt, gehen wir spazieren. Gestern waren wir im Wald. Waldbaden sozusagen. Das tat gut und hat den Kopf frei gemacht. Obwohl auch im Wald corona gegenwärtig war. So viele andere Spaziergänger haben wir getroffen. Aber zum Glück kann man sich da gut aus dem Weg gehen. Überall haben wir den Frühling entdeckt.

 

Zum heulen

Und dann sitzt du morgens mit deinen Kindern am Frühstückstisch und heulst, weil in China die Quarantäne wieder aufgehoben wird…

 

Gesegnet

„how wonderful life is while you‘re in the world…“ (Elton John)

Ich vermisse meine Freunde unglaublich und fühle mich so einsam wie noch nie, obwohl wir regelmäßig Kontakt haben. Heute Morgen stand ein kleiner Gruß vor der Tür. Ich fühle mich geborgen und gesegnet. Und ich weiß: ich bin nicht allein, wir sind gemeinsam einsam.Und das ist es, was wir tun können: einander Grüße schicken. Päckchen vorbei bringen oder versenden. Spielzeug verleihen, Nervennahrung bringen oder kleine Botschaften der Wertschätzung und Liebe. Habt einen schönen Tag, ihr Lieben. Die Sonne scheint für uns alle. Mal sehen, was wir heute tun. Vielleicht Päckchen verschicken. ❤️

 

Frederick

Es wird ruhiger um uns herum. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Die Leute gewöhnen sich an die neue Situation, bleiben zu Hause. Bestellen Dinge oder kaufen einfach seltener. Überall entsteht Neues. Leute machen wieder Musik, malen Regenbogen oder gehen raus in die Natur. Viele Angebote im Netz oder kreative Ideen zur Kinderbeschäftigung werden geteilt. Das ist die eine Seite.
Ich höre aber auch Geschichten von einsamen Angehörigen im Krankenhaus, denen es gar nicht gut geht, von Senioren im Heim, die sich vergessen fühlen, von Geburtstagskindern, die seit Monaten überlegen, wen sie einladen werden, von Lagerkollern, schwierigem Homeoffice oder drohender Arbeitslosigkeit .
Da fiel mir diese Woche das Buch von Frederick von Leo Lionni wieder in die Hände. Kennt ihr die Geschichte? Die kleine Maus sammelt Farben , Worte , Sonnenstrahlen statt Vorräte um im Winter davon zu zehren. Wie Frederick erinnere auch ich mich jeden Tag an schöne Dinge. Ich weiß, sie kommen wieder. Ich freu mich auf tolle Gartenpartys, Kaffee mit Freunden, Besuche im Restaurant oder bummeln gehen. Auf Kino, Theater, Baggersee. Das werden wir genießen! Dann erst recht!


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