Da ist er also, der Silvesterabend. Und ich sitze, während die Neujahrsbrezel vor sich hin bäckt, tatsächlich mal wieder vor dem Rechner. Mein letzter Blogeintrag stammt aus dem frühen Sommer. Seitdem habe ich es nicht geschafft meine Gedanken zu Papier bzw. ins Netz zu bringen. Das Jahr hat mich erschöpft. Ich bin müde. Müde von der Pandemie, müde vom ständigen alleine sein.

Ich erinnere mich an letztes Silvester. Da stand ich mit meinem Mann am Fenster und habe Feuerwerk geguckt, während der kleine Spatz nebenan schlief. Ich hoffte, das neue Jahr würde besser werden, als das letzte endete, denn der Spatz hatte sich pünktlich zum Jahreswechsel Magen-Darm eingefangen. Also keine Party für uns, sondern geruhsames Beisammensein unterbrochen von putzen und trösten.
Tja, besser wurde es wahrlich nicht. Aber viele neue Erfahrungen habe ich gemacht. Wie es ist, plötzlich und ungefragt alleinerziehend zu sein zum Beispiel. Wie man mit Einsamkeit klar kommt oder mit dem Dauer-Alleinig-Zuständig-Sein. Welchen Wert Gesundheit hat. Wie man alleine Ostern und Kindergeburtstag feiert. Wie man im homeoffice arbeitet und einen Fachtag online organisiert oder auch wie erholsam Urlaub auf dem Bauernhof ist. Ich habe auch gelernt Hilfe zuzulassen, bevor gar nichts mehr geht, und bin dankbar für „mein Dorf“, das mich begleitet hat durch harte Zeiten.

Irgendwann wird diese Pandemie ein Ende finden und irgendwann davor wird es hoffentlich schon wieder erträglich sein. Irgendwann werden wir Antworten finden auf die Fragen der zukünftigen Gestaltung unseres Familienlebens. Irgendwann wird Erholung wieder möglich sein.
Ich bin dankbar für meine Familie, den Zusammenhalt und auch für meinen Job und mein Team. Das zählt. Danke, dass ihr mich durch dieses Jahr begleitet habt. Ich freue mich auf das neue Jahr mit euch. Bleibt behütet.