Teil 3 meiner Gedanken zur zweiten Schwangerschaft. Jetzt dreht es sich um die Vorbereitung auf die Geburt...

Was ich dieses Mal sehr genieße – und ich glaube ähnlich ging es mir letztes Mal auch – ist die große innere Ruhe, die über allem liegt. Bei Nr. 1 führte mich diese zu einer großen inneren Gelassenheit für die Geburt. Ich hatte vollstes Vertrauen, dass alles gut laufen würde und mein Körper das schon machen würde.

Dahingegen bin ich nun deutlich desillusionierter, vielleicht auch einfach weniger naiv oder eben reflektierter.
Ich habe viel eher eine Vorstellung von dem, was passieren wird und passieren könnte. Auf der einen Seite macht mich das besorgt. Auf der anderen Seite gibt es mir Kraft. Ich weiß, was ich wirklich brauche, woher ich es bekommen kann und was man auch getrost weglassen kann. Das nimmt eine gehörige Portion Stress und Aufregung weg.

Dafür aber sehe ich der Geburt nicht ganz so gelassen ins Auge, wie beim letzten Mal.
Ganz konkret: Ich mache mir mehr Gedanken über kritische Eventualitäten und ich habe Angst davor, dass es genauso noch einmal kommt. (Beim Goldkind dauerte es von Wehe 1 bis zur Geburt zwar nur 13 Stunden, aber vier Stunden davon waren es Presswehen und ich am Ende meiner Kräfte (Kein KS, keine PDA). Als es schließlich vollbracht war, hatte ich unser Goldkind (65cm(!)*, 38KU, 4950g) in den Armen, aber ein riesen Loch im Damm. Ein DR III. Der wurde unter Vollnarkose direkt nach der Entbindung operiert. Da war also nix mit kuscheln, kennenlernen, Bonding, gemeinsam erholen... Das machte mich bis heute unheimlich traurig.)
Auf der anderen Seite sagen mir alle Mehrfachmamis, dass die zweite Geburt schneller geht, als die erste und viel unkomplizierter sei. Ist ja quasi schon alles vorgedehnt…Ich wünschte, ich könnte das glauben und darauf vertrauen…

Vorbereitend habe ich mir vorgenommen – genau wie letztes Mal – es wieder mit Yoga, Akupunktur und vielleicht auch Himbeerblättertee zu versuchen. Vielleicht mache ich vorab auch noch Sitzbäder. Was mir tatsächlich jetzt schon hilft (um ruhiger zu werden), sind Atemübungen. Das geht ein bisschen in Richtung Hypnobirthing, wobei ich immer noch nicht so recht weiß, was ich davon halten soll. Schmerzfrei gebären – das kann ich mir wirklich kaum vorstellen. Aber eine Linderung durch maximale Entspannung, daran glaube ich dann doch, und über mich in verschiedenen Positionen und Situationen aktiv zu entspannend. Gar nicht so einfach, kann ich euch sagen!

Wenn es dann soweit ist, wünsche ich mir, nicht eingeleitet werden zu müssen, sondern möglichst lange zu Hause bleiben zu dürfen. Ein Bad daheim oder in der Klinik wäre in meiner jetzigen Vorstellung schön.
Und während ich mir bei der ersten Geburt immer ein Familienzimmer gewünscht habe und mich gerne im Krankenhaus umsorgen ließ, mache ich mir jetzt Gedanken dazu, wie wir das Goldkind richtig einbinden und ich möglichst schnell wieder nach Hause kann. Ich will auf keinen Fall, dass sich das Goldkind ausgeschlossen fühlt. Ich wünsche mir, so viel Aufmerksamkeit für ihn wie möglich. Vom Papa, von der Oma und natürlich auch von mir.

Wir werden sehen, was kommt. Und bis dahin übe ich mich darin zu vertrauen. Und esse noch ein Stück Schokolade.

 

*nein, das ist kein Zahlendreher!