Immer wieder werde ich gefragt, wie es dem Baby und mir so geht in der Schwangerschaft und wie es denn sei, so im Vergleich zum ersten Mal. Ich hab mir also mal Gedanken gemacht. Ja, wie ist es denn eigentlich…???

So ganz nebenbei schwanger...

Irgendwie kam sie überraschend, die neue Schwangerschaft. Zu einem Zeitpunkt als der Fokus ganz woanders lag. Im Job lief es gerade so richtig rund und exakt in der Woche des Tests eröffnete sich auch beruflich eine neue Perspektive. Eine großartige Stelle, zum Greifen nah. Inhaltlich genau das, was ich immer tun wollte.
So kam es, dass ich - obwohl es absolut ein Wunschkind ist und ersehnt wurde - in den ersten Schwangerschaftswochen etwas verwirrt und ungläubig über den neuen Zustand war. Mir kam es fast vor wie ein schlechter Handel. Entscheide dich. Kind oder „Karriere“. Beides ist aber ein wichtiger Teil von mir.

Damit habe ich mir lange Zeit bezüglich des Bauchzwergs, der Geburt und der neuen Familiensituation kaum Gedanken gemacht. Ich war quasi so nebenher schwanger. Ernsthaft! Nicht wie beim ersten Mal horchte ich ständig in mich hinein, schrieb To-Do-Listen und machte 1000de Besorgungen. Ich machte mir lange Zeit nicht mal Gedanken darüber, wo das Kind schlafen sollte, wenn es dann da ist. Denn Platz ist eigentlich keiner (Kinderzimmer: 8,75 qm wie Schlafzimmer 8,75qm). Nestbau fand einfach nicht statt. Klamotten: Würden sich finden. Kinderwagen: Muss irgendwo im Schuppen sein. Babyschale: Kann ich ausleihen. Spielzeug: Braucht es am Anfang nicht. Und dann ist da ja noch der Mutterschutz. Also gaaanz viel Zeit für letzte Orga-Aufgaben *hust*.

Meine Gedanken flossen in meinen Job. In Übergaben und in Zukunftspläne im Büro. Ich machte mir Sorgen, um meinen Arbeitsplatz beim Wiedereinstieg. Ich arbeite einfach viel zu gerne in meinem Team und haderte mit der neuen Stelle, die in Aussicht stand. Ein Traumjob. Mein Traumjob. Aber in Teilzeit? Und erst nach der Elternzeit?
Ich zerbrach mir also meinen Kopf viel mehr darüber, wie das gehen könnte. Wie man Inhalte und Stellenanteile sinnvoll übereinander bringen kann, und ich eine Chance hatte, diese Stelle trotzdem zu bekommen. Das nagte an mir. 

Ich fühlte mich erst besser, als ich versucht habe, anzuerkennen, dass ich auch hier Vertrauen haben muss und es jetzt nicht erzwingen kann. Vertrauen in meine Chefin, Vertrauen in mich und darauf vertrauen, dass die Dinge zu einander passen (werden).

Das war der Moment, in dem ich langsam angefangen habe, die Schwangerschaft und alles was dazu gehört zu realisieren. Plötzlich bekamen Babythemen Raum. Da war ich ungefähr in der 22. SSW, also schon im sechsten Monat. Über die Hälfte vorbei.

 

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