Er ließ auf sich warten. Schon kurz vor dem errechneten Termin war ich das Schwanger sein ziemlich leid. Der Bauch war lästig in vielerlei Lebenslagen, ich hatte Sorge, dass der Bauchzwerg doch wieder so groß würde, wie sein Bruder und letztlich wollte ich auch endlich wissen, wie er aussieht und ihn in meine Arme schließen. Doch er ließ mich warten. Vier lange Tage:

Im Sommer habe ich mit Jenny über ihre Schwangerschaft und ihre Vorstellungen zur Geburt und Elternzeit gesprochen. Jetzt habe ich sie wieder getroffen und mal nachgefragt, wie es denn wirklich war. Lest hier ihren Geburtsbericht und ihre Sicht auf die ersten Wochen als Familie.

dicker Bauch von oben

In den letzten Wochen sind mir immer wieder Texte und Kommentare begegnet rund um das Thema „Schwangerschaft/krank sein“. Manche davon waren ganz schön radikal, andere gingen mit diesem Thema ironisch um. Was mich dabei zum grübeln bringt, ist die These, das eine Schwangerschaft schlimmer ist, als krank sein bzw. eine Schwangerschaft mit einer Krankheit gleichgesetzt wird. Da denke ich: Halt! Stop! Das möchte ich so nicht unterschreiben.

Ich bin erwachsen geworden an dem Tag, als meine Mutter starb. Da war ich 27. Ich hörte auf Kind zu sein und spürte wie sich Vernunft und Verantwortung in mein Leben drängten und mich seitdem manchmal fast erdrücken. Die Unbeschwertheit ist perdue.

4 Jahre habe ich gebraucht, um mir selber klar zu machen, dass ich nicht ein Kind habe und dass ich nicht nur eine Schwangerschaft hatte, sondern zwei. Auch wenn die erste nur kurz dauerte. Ich habe mir das nie bewusst gemacht. Und ich habe nie getrauert. Ich habe es lange als eine verpasste Chance gesehen. Möglichst rational, um den Verlust zu verschmerzen. Heute weiß ich, dass ich traurig sein darf. Dass es für mich eben doch nicht nur ein Zellhaufen war, sondern mein erstes Kind. Ich glaube, es ist ein Mädchen.

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