„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ heißt es so schön in einem Sprichwort. Diese Woche ging mir dahingehend ein ganzer Kronleuchter auf! Genau hier, bei der Kontrolle, liegt das Problem.

Nicht die Lösung. Das Problem: KONTROLLE. Warum habe ich das nicht längst gemerkt? frage ich mich. Ich hetze von A nach B, ich will es allen recht machen. Ich bin streng und ehrgeizig. Streng mit mir und allen anderen. Alles muss nach Plan laufen, sonst gehen wir unter in all den Anforderungen, die an uns gestellt werden (oder die wir an uns stellen?!!!). Überall will ich toll sein, Anerkennung bekommen. Dazu muss es immer höher, schneller, weiter sein, um aufzufallen aus der Masse. Doch die positiven Rückmeldungen sind nie genug. Immer bleibt eine Leere zurück und das Gefühl total k.o. zu sein von all dem Gerenne.

Ein Beispiel: Marmelade
Klar koche ich die selber. Schmeckt besser und ich weiß was drin ist. Weihnachtsplätzchen? Logisch werden von mir gebacken. Kaufen geht gar nicht. Adventskranz? Ein Muss! Aber die gekauften sind so häßlich oder unglaublich teuer. Also, was macht Frau? Selberbasteln! Die Liste könnte ich endlos fortsetzen. Und beim Schreiben dieser Zeilen frage ich mich, warum eigentlich mache ich es mir so verdammt schwer? Wie ist es passiert, dass die Messlatte so weit oben gelandet ist?

Vermutlich würde es meine Familie überhaupt nicht stören, wenn Marmelade, Plätzchen und Adventskalender gekauft würden (das Einkaufen ist ja auch noch Arbeit genug). Dann eben etwas weniger persönlich und individuell. Dafür eine besser ausgeruhte, präsente und fröhliche Mama.
Das wäre doch eigentlich ein super toller Tausch!? Und trotzdem kommt es mir wie ein Kuhhandel vor. Denn ich tausche nicht nur Marmelade gegen Marmelade sondern auch gleich (m)eine Illusion mit ein. Die Illusion des Perfekten.

Nächste Frage: Wozu brauche ich eigentlich diese Perfektion?
Klar, die Idee dahinter ist Anerkennung dafür zu erhalten. Aber genau dieses Konzept geht ja wie wir (jetzt) sehen, nicht auf. Also weg damit und her mit dem Imperfekten. Her mit der Improvisation. Ich bin gespannt, ob ich mich darauf einlassen können werde. Aber ich werde es versuchen. 2018 ist wie gemacht dafür. Neues Jahr, neues Glück.
Was es dazu braucht? Ich glaube das habe ich nun verstanden. Ein kleiner Artikel in einer Zeitschrift hat mich mit der Nase darauf gestoßen. Es braucht Vertrauen. Vertrauen, dass alles gut wird. Vertrauen, dass meine Familie mich liebt, auch wenn es nicht perfekt ist. Vertrauen, dass nicht die Katastrophe über uns herein brechen wird, wenn es von allem etwas weniger ist.

Ich ahne, das könnte die Lösung von einem ganzen Sack meiner Probleme sein.
Da war z. B. noch das Ding mit der Selbstfürsorge. Ich weiß, dass ich mich auch um mich kümmern muss, nicht nur um alle anderen. Doch schaffe ich das höchst selten und wenn dann beschränkt es sich auf ein müdes auf dem Sofa hocken am Abend. Wobei ich da dann oft einschlafe vor lauter Müdigkeit. Oft habe ich mich gefragt, wo der Fehler im System ist. Ich habe schon geahnt, dass es nicht mein Umfeld ist, dass ich es selbst bin. Doch nie wusste ich wo ich ansetzen sollte. Mehr Selbstfürsorge. Ich dachte das sei schon die Lösung und doch habe ich es einfach nicht geschafft, das zu realisieren, so sehr ich mich auch bemüht habe. Im Gegenteil. Je mehr ich versucht habe Platz für mich zu ergattern, desto mehr Kontrolle bedurfte es, um diesen Freiraum tatsächlich zu schaffen. Noch so ein Kuhhandel. Ich muss nicht daran arbeiten neue Zeiträume zu schaffen, ich muss daran arbeiten den Perfektionismus loszuwerden und mein Vertrauen in mich (oje!) und meine Umwelt zu steigern. Dann ergibt sich womöglich der ganze Rest von allein.

So. Und wenn ich es dann auch noch schaffe, meine Wünsche nicht zu verheimlichen sondern laut auszusprechen, dann müsste 1.) mein Mann weniger rätseln und 2.) bekäme ich dann vielleicht auch das, was ich benötige. Auch das könnte zu Entspannung und mehr Glück führen.

Ich finde, das klingt nach einem preisverdächtigen Plan.

1.) Mehr Vertrauen, weniger Kontrolle. Vor allem in mich selbst.
2.) Unbedingt mehr Selbstliebe
3.) Bedürfnisse und Wünsche kommunizieren.
2018, du kannst kommen. Ich stehe bereit.

Deine Lena