Unser Knirps ist immer für eine Überraschung zu haben! Wir haben spontan einen Ausflug ins Allgäu gemacht und dort die als kinderwagentauglich ausgeschriebene Erlebniswanderung am Hündle getestet.

Was macht der kleine Mann mit seinen 16 Monaten? Er läuft einen Großteil der Strecke selbst. Am Anfang kamen wir deshalb kaum vom Fleck. Alles war spannend. Die Katze an der Bergstation, die Kiesel auf dem Feldweg, die Kühe auf der Weide, die Hunde der anderen Spaziergänger und die vielen bunt gefärbten Bäume. Irgendwann haben wir ihn dann doch auf Papas Schultern und später in den Kinderwagen gesetzt, auch um ein bisschen Strecke machen zu können. Das nutzte der kleine Mann für sein Mittagschläfchen. Auf der Hälfte der Tour kehrten wir bei der Schwändalpe ein. Und gerade als die Brotzeit auf dem Tisch stand, machte es *bling* und er war wieder wach. Für’s Essen gibt es einfach einen siebten Sinn. Da bin ich mir inzwischen sicher :-D

Tja und auf dem Rückweg ist er dann frisch gestärkt mit Wurstsalat und Apfelschorle im Bauch bestimmt ein Drittel des Weges (so lange es eben und nicht zu steil war) selbst marschiert. Auf Papas Schultern war es auf Dauer einfach viel zu langweilig. Da verpasst man ja die ganzen Blätterhaufen, die vielen Steine am Wegesrand und die ganzen Matschpfützen ;-D

Auf dem Erlebnisweg kommt man übrigens an vielen Stationen vorbei. Man lernt, wer die Mutter des Waldes ist, wie ein Kleiber aussieht und welche Wurzeltypen es bei heimischen Bäumen gibt. Außerdem gibt es ein großes Holzxylophon, das die Kinder zum „trommeln“ animiert. Auch unser kleiner Mann fand das super und erzählt den übrigen Tag begeistert von „Bommel“.

Der Rückweg hat uns dann aber doch noch einige Nerven und Schweiß gekostet: An der Talstation hatten wir uns die Fahrt mit der Gondel zur Bergstation gegönnt und auch die Talfahrt gleich mitgelöst. Im Nachhinein ein schwerer oder sagen wir schweißtreibender Fehler. Wir hatten uns auf die Bewertung des Weges als „Kinderwagen geeignet“ verlassen und mussten dann doch ziemlich fluchen, da es lange Zeit sehr steil über sehr steinige Wege nach oben ging *schwitz*. Wir haben die Zähne zusammen gebissen und uns auf ein Eis an der Bergstation und schließlich die Abfahrt mit toller Aussicht aus der Gondel gefreut.
Sollten wir wieder einmal her kommen, werden wir das so nicht wieder tun, sondern gemütlich hoch fahren und dann einen der vielen ausgeschilderten Wege ins Tal wählen.
Wir bewerten den Weg also auch nur für eingeschränkt Kinderwagen tauglich. Man braucht auf jeden Fall einen geländegängigen Wagen und sollte dann von der Schwändalpe zunächst noch ein Stück Richtung Bergstation gehen und wenn es dann richtig steil wird, den direkten Weg ins Tal wählen.

Als Belohnung für die Kinderwagenschieberei sind wir zum Schluss noch nach Oberstaufen ins Blaue Haus gefahren zum Kuchen essen im Garten. Das kostete uns zwar ein halbes Vermögen, aber wir lieben das Ambiente mit den vielen kleinen Tischchen in einzelnen Nischen im Garten. Einfach toll.

Viel Freude beim Nachwandern wünscht euch eure Lena