Dalmatien mit Kleinkind und dann auch noch im August? Bestimmt haltet ihr mich jetzt für völlig verrückt. Schroffe Felsküsten, kein Sandstrand, zahlreiche Seeigel, eine endloslange Anreise und diese unglaublicher Hitze! – Stimmt, das gehört alles dazu. Aber für uns waren das keine Hinderungsgründe für einen schönen Urlaub.

Wir sind über Nacht gefahren, was mit einem jungen Mann von 15 Monaten vermutlich das kleinste Übel war, hat er doch die meiste Zeit geschlafen oder spannende Raststätten erkundschaftet. So kamen wir letztlich mit einer Reisezeit von 9,5 Stunden gut hin und nutzen den ersten Tag zum Ankommen und Ausspannen.

An den Stränden gibt es übrigens wunderbare Kiesel ganz ohne Seeigel (die mögen nämlich lieber Felsen statt Kiesel). Das Wasser in unserer Bucht hatte um die 29 Grad (Badewanne!). Dazu das stahlblaue Meer. Da kam schon fast Karibikfeeling auf.
Hier konnte unser kleiner Weltentdecker ausgiebig plantschen und mit den Steinchen spielen. Was für eine Freude für den kleinen Mann, Kiesel ins Meer zu werfen oder seinen Laster zu beladen!
Wir hatten zudem das Glück, dass „unser“ Strand Teil eines Campingplatzes war. So konnten wir die sanitären Einrichtungen und die Cafébar gleich mitbenutzen.

A propos Cafébar: Das Essen in Kroatien haben wir auch als sehr kindgerecht empfunden. Wobei wir da wohl auch ein Glücksexemplar haben. Der kleine Mann isst für sein Leben gern und meckert eigentlich nie (außer es gibt zu wenig). Am liebsten mag er Brot, aber auch Cevapcici und Duvec-Reis waren eine helle Freude für ihn. Ebenso alles frische Obst oder Gemüse (Melone, Nektarine, Tomaten…). Pfannkuchen (Palatschinken) und Kartoffeln oder Pommes liebt er auch und all das findet man wirklich überall.

So haben wir es uns zwei Wochen gut gehen lassen. Waren baden, Eis essen oder genossen Zeit auf unserer Terrasse. Dort gab es für den kleinen Mann ein Planschbecken und für die Großen Kaffee, leckerstes Essen und einen herrlichen Ausblick auf die Insel Murter und die Bucht vor Tisno (Danke liebe Gastgroßeltern!). Für größere Ausflüge fanden wir es schlicht zu heiß. Und mal ehrlich, Sibenik oder Split oder die Krka Wasserfälle besuchen wir einfach das nächste Mal wieder, dann hat auch der kleine Weltenbummler noch mehr davon.

Erst ganz zum Schluss unserer Ferien haben wir kurzerhand noch eine Besichtigungstour durch Zadar gemacht. Eine Stadt, die unbedingt einen Besuch wert ist, wie wir alle drei finden:
Wir kamen erst gegen 16 Uhr dort an (die größte Hitze haben wir klimatisiert im Auto verbracht!), haben uns treiben lassen und die alten Gassen der Stadt zu Fuß erobert. Zuerst ging es vorbei an der Kirche St. Donatus zur Strandpromenade an deren Ende sich die berühmte Meeresorgel befindet. Zu sehen gibt es dort eigentlich nix, aber das Hörerlebnis ist wirklich faszinierend! Aus Löchern im Boden der Promenade erklingen verschiedene Töne, je nachdem wie eine Welle kommt, sind das andere Frequenzen. Man kann es sich vielleicht ein wenig so vorstellen, als würde ein Querflötenorchester gerade die Instrumente stimmen.
Unser kleiner Mann war auch ganz aus dem Häuschen und rannte auf dem Platz, in den eine riesige Photovoltaik-Platte eingelassen war, vergnügt hin und her.

Auf der Suche nach einem geeigneten Abendbrot und der allabendlichen Kugel Eis gelangten wir dann durch viele kleine Gassen zur Narodni Trg, einem kleinen Platz inmitten der Stadt. Dort haben wir lange gesessen, Pizza und Eis genossen, und einem Straßenmusiker gelauscht. Das war herrlich.

Auf dem Weg zurück zum Auto wählten wir den Weg über die Stadtmauer. Die ist wirklich beeindruckend dick (sogar Autos fahren darauf!). Von dort oben hat man einen prima Blick über den Hafen und meine beiden Männer konnten all die großen Jachten und Segelboote bestaunen.

Klar, der Trip durch Zadar war nur ein kurzer, verglichen mit anderen Touren, die wir ohne Kind und bei geringeren Temperaturen auf unseren Reisen erlebt haben. Aber wir haben dabei gelernt, dass Stadtbesichtigungen mit kleinem Kind durchaus möglich sind (bisher haben wir uns das nie getraut). Er hat es genossen und viel entdeckt. Und wir haben uns seinem Tempo angepasst und uns entsprechend treiben lassen. Das führte dazu, dass wir natürlich touristisch betrachtet nicht allzu viel gesehen haben, aber wir haben die Zeit genossen und mit einer Leichtigkeit eine neue Stadt kennengelernt, die uns bestimmt wieder sehen wird.

Was sind eure Lieblingsreiseziele als Familie und welches sind eure Dos und Don'ts? Lasst es mich wissen! Eure Lena